Randgeschichten

Randgeschichten

 

Am Anfang stand die Vision.

Januar 2014. Kälte, Schnee, Dunkelheit und stumpfe Gedanken. Also dachte man sich als Zwickauer…es müssen endlich wieder Farben her. Was liegt da näher als Fotograf, sich Gedanken zu machen. Vor allem Gedanken, andere mitzureißen, anzustiften, glücklich zu machen und sich der Geheimnisse und Intimität der Fotografie zu öffnen?

Ganz klar…Der Fotomarathon Zwickau war in Ideen entstanden.

 

Die Vision musste eine Hülle bekommen. Eine Hülle mit tatkräftiger Stütze und Realem.

 

Suchend nach Ideen und Umsetzungsmöglichkeiten wurden wir fündig in Dresden. Beim Fotomarathon Dresden und seinem sympathischem ORGA Team.

 

Hier erfuhren wir sehr schnell Unterstützung und Hilfe in allen Angelegenheiten und wurden gleich wieder ausgebremst…denn es gab so viel zu beachten und zu organisieren, dass es bis zum Termin im Mai fast unreal erschien. Aber wir ließen uns nicht vom tristen Januar Alltag einschüchtern sondern packten an. Wir, das sind die Mitglieder des nun neu gegründeten ORGA Team Zwickau. Zusammen war es möglich, alle Hindernisse, Steine und verschüttete Wege begehbar zu machen. Dresden sei Dank.

 

Der 1. Fotomarathon Zwickau ging im Mai 2014 durch die Stadt und wir haben Vieles gelernt. Ganz besonders in der Organisation, Durchführung, Planung, Stadtrecht, Versammlungsrecht, Bürgerliches Recht, Strafrecht und ganz besonders Bildrecht. Nebenbei war die Zusammenarbeit mit Behörden und der Stadt eine lehrreiche Entwicklung für uns.

 

Das Ziel jedoch stand.

Wir machen Zwickau bunter und wir wollen, dass auch unsere Stadt verdient sich der Welt zeigt. Und zwar aus ganz vielen verschiedenen Momenten, Situationen, Intimitäten, Gefühlen, Farben, Persönlichkeiten und Eindrücken.

Ganz gleich welcher Hautfarbe und Weltanschauung, sexuelle Orientierung und Geschlecht. Wir sind Zwickau!

 

 

Im Dezember 2014 begann dann alles von neuem. Nicht ganz alles…denn wir wussten genau was uns erwartet.  Und wir wussten eigentlich nichts. Nichts, im Sinne von –wie viel, wie teuer, wie weit, wie voriges Jahr?

 

 

Das Kapitel Fotomarathon Zwickau die Zweite konnte beginnen.

 

Neben den eigentlichen Aufgaben im Leben gehört es natürlich auch dem Alltag nachzugehen…dem Arbeitsalltag. Und genau da muss man sich ein Ziel und eine Grenze setzen wenn man Derartiges umsetzen möchte. Wichtighochzehn.

 

Nach Feierabend haben wir uns also in einer Gruppe via Internet organisiert, abgesprochen, geplant, verplant, Fehler gemacht, gelacht, uns gehasst, uns gesucht, Erfolge geteilt, Niederlagen zusammen ausgesessen.

 

Es galt einen Organisationsplan zu entwerfen, ein Grundgerüst für den Tag zu schaffen, die Finanzen zu erörtern, die Rahmenbedingungen der AGB und Anmeldeformalitäten zu erstellen, die Aufgaben aufzuteilen, Sponsoren anzusprechen, Türklinken zu putzen, Grafiken zu entwerfen, Werbung zu organisieren, Pressetermine abzuhalten, die Homepage zu gestalten, Veranstaltungsrecht und Versammlungsrecht in Einklang mit der Veranstaltung zu bringen…oder war das doch umgekehrt?..., ständig Kontakt mit den Dresdnern zu halten und sich umzuschauen.  Prozedere aus 2014 überarbeiten und zu verfeinern. Es galt neue Stadtteile mit einzubeziehen und damit verbunden zu erahnen, welche Strecken noch für die Teilnehmer interessant und vor allem für Zwickau oft vernachlässigt werden, eingebunden werden können.

 

Die Aufgabe war klar definiert. Es konnte losgehen –Dezember 2014- der Start für den 2. Fotomarathon Zwickau 2015.

 

Das größte Problem, wenn es denn so genannt sein soll, waren die Preise. Es sollte diesmal auch die sonst daheimgebliebenen vom Hocker hauen. Ja, wir setzten viel auf die Preise und haben tatsächlich gedacht…“Da machen mehr mit“!

Wirklich überrascht waren wir dann später, als die Mehrheit uns zu verstehen gab, dass die Preise zwar wirklich toll sind, aber der Spaß an der Sache viel wichtiger ist.

 

Die Rechnung ging also auf.

 

Recht schnell waren die Preise von den Sponsoren da und wir konnten wirklich erst gar nicht glauben, was wir schon erreicht haben und vor allem, ja….es wird wieder ernst. Wir müssen alle Versprechen an die Sponsoren einhalten. Werbung, Logos, Grafiken und und und.

 

Während nach und nach im Hintergrund alles Gestalt annahm, wurde sehr viel Zeit in die Werbung investiert. Es galt alles perfekt zwischen mehreren Parteien abzusprechen, perfekt in Szene zu setzen, perfekt am Kunsturheberrecht Orientierung zu finden, perfekt die wenige Freizeit zu planen um Freizeit zu haben.

 

Was einem auf diesem Wege der Marketingumsetzung erwartet, ist schier unglaublich. Es mussten die großen Planen gestaltet werden und zwar so, dass wir diese jedes Jahr benutzen können. Schließlich organisieren wir alles nur von den Startgeldern und so sparen wir natürlich und können jedes Jahr neue Sachen in Angriff nehmen.

 

Und wenn wir schon mal bei den Planen sind…

In Zwickau Werbung zu machen, ist schon eine Geschichte allein wert…man glaubt nicht, wer hier in dieser Stadt alles was zu sagen hat…demzufolge wer alles daran verdient. Wir haben Einblicke bekommen, Gespräche geführt, gestritten und diskutiert, verhandelt und unzählige Stunden und Kilometer im Auto verbracht….Warum fragt Ihr euch? Die Planen sollten endlich hängen. Nur das, wirklich nur das Aufhängen der Planen hat uns fast den Verstand geraubt. Ganz besonders schön und hilfreich sind dann die vielen Kommentare und Vorschläge, wenn man genau weiß, dass das niemals funktionieren kann. Egal….sie hingen dann ja doch noch.

 

Unsre Flyer waren dann auch fertig und es ging sofort los. Anfang April füllten wir unzählige Briefkästen in allen Stadtteilen. Zu Fuß und mobil, in Nachbarstädten und Tankstellen, in Gaststätten und Dönerhäusern…

 

Nebenbei wurden allabendlich alle Nachrichten, Mails, Anrufe und Anmeldungen bearbeitet und zugleich die Buchführung organisiert. Aber das reichte natürlich noch nicht, es mussten auch sofort alle Eingänge verglichen werden, so dass die Teilnehmer auf der Homepage ihre Startnummer bekamen. Und so ging das nun Tag für Tag. Oft hat es echt keinen Spaß mehr gemacht, aber alle wussten was wir dieses Jahr umsetzen können.

 

Die Themenfindung war großes Thema und ob Ihr es glauben wollt oder nicht, sie standen bis 3 Wochen vor dem Start noch nicht fest. Aber es war für uns nicht schlimm, denn es galt alles nacheinander und geordnet abzuarbeiten. Die Themen fanden sich dann recht schnell und ich glaube auch für 2016 sind dabei sehr schöne Ideen entstanden.

 

Der Rahmen stand mit der Zusage des August Horch Museum für das Ziel und die Siegehrung.

Letzte Etappe.

Alle Probleme, Unklarheiten, Fragen, Nervensägen und Gestaltungsmöglichkeiten angehen und auswerten.

Routine war noch fehl am Platze, da wir zwar wussten was uns erwartet, aber nicht wie es uns erwartet.

 

Plötzlich war der 4. Mai. Ganz unerwartet und so schnell. Keiner hat gedacht, dass es wirklich losgeht. Aber einige Postings und Anrufe in den letzten Tagen haben uns wach gerüttelt.

 

Es wurde nichts, absolut nichts dem Zufall überlassen. Notruftelefon, Barrierefreiheit, Fundstelle, Presse, Zeitfenster, Mobilität, Technik und Ausrüstung, Ansprache und Ausgabe der Unterlagen, Prozedere bei der Zwischenstation und im Ziel.

Das hieß natürlich um sechs aufstehen, frühstücken und raus auf den Hauptmarkt. Aufbauen.

 

Die Spannung stieg mit jeder Minute und plötzlich, als die ersten Starter da waren und ihre Unterlagen in Empfang nahmen, war die Anspannung weg…einfach weg. Besuch aus Dresden…Unterstützung! Fahrten mit dem Segway, locker genial!

 

Und dann, in solchen kleinen Momenten der Ruhe beim Rauchen hinter der Sponsorenwand kommt eine Flut an Gedanken, was man doch zusammen so alles geleistet hat. Welche sinnlosen Umwege man doch ging um ein Ziel zu erreichen, welche Zeit man mit dem Ärger verbracht hat.

 

Dann ein Lachen im Gesicht und die angespannten Teilnehmer mitten auf dem Hauptmarkt. Wenn die wüssten…die Themen! Die Blicke zur Uhr, zur Rathausuhr…Gruppenbild, Start und Themenausgabe.

 

Der Tag wurde in unzähligen Bildern gefesselt. Videos entstanden und Geschichten wurden erzählt. Welch eine Freude und Erleichterung des Teams. Endlich, die lange Zeit der Arbeit und Vorbereitung hat ein Ende und das Ergebnis ist im vollen Gange. Wir und alle anderen, mittendrin. Herrlich

Aus vielen dunklen Ecken erreichten uns schon am Start Glückwünsche, Danksagungen, Mut Macher und Umarmungen für die Organisation. Das macht MUT und zeigt uns den richtigen Weg.

 

Am Ende des Tages gab es für uns nur noch Eines.

 

Nach Hause!

 

ENDE Teil 1 (km)

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Alexander Kulla (Montag, 08 Juni 2015 21:03)

    Ihr habt das echt genial gemacht! Mein erster offizieller Fotomarathon und ich war total begeistert von dem Tag... Natürlich gibt es hier und da Kleinigkeiten die anders hätten sein können, aber die gesamte Organisation an sich war echt top! See you in 2016...